Julia


Ja... Wie fängt man jetzt so ein Zeugnis an? Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie man so was überhaupt schreibt, deswegen kann es sein, dass das jetzt n “bissi” lang wird aber die Faktoren, die ich darein bringe, sind die wichtigsten, die in meinem Leben passiert sind und meiner Meinung nach zu meinem Zeugnis dazugehören!

Also... ich denk mal, dass alles damit anfing, als sich meine Eltern getrennt haben, als ich so ca. 3 Jahre alt war. Danach sind wir (meine Mutter und ich) auch ständig umgezogen.. Ich hatte in meiner Kindheit eigentlich nie so n richtiges zuhause, wo ich hätte sagen können: da bin ich aufgewachsen. Und immer wieder kamen neue Menschen, neue Umgebung neuer Kindergarten etc., ich wurde glaub ich damals immer mehr von all dem Neuen und all den Menschen eingeschüchtert...

Das führte dann so weit, dass ich in meiner Schule und am meisten in meiner Klasse Menschen hatte, die mich ständig gehänselt und geärgert haben. Am schlimmsten wurde das dann so ca. in der 7.-9. Klasse! Da hat mir fast niemand die Möglichkeit gegeben, zu zeigen, wer ich bin, wie ich denke und so... nein, es war nachher so weit, dass ich daran glaubte, dass alles an mir unnormal, falsch und hässlich war! Mir wurde beigebracht, dass ich hässlich bin, dass ich nichts kann, dass ich nichts wert bin und am besten nicht reden sollte, weil jeder was gegen meine Stimme hatte und meinen Nachnamen durfte ich schon mal garnet erwähnen...

na ja, das ging wie gesagt 3 Jahre so... während dieser Zeit kam noch dazu, dass meine Mutter häufig krank wurde und ich abends manchmal echt Angst hatte, ihr Gute Nacht zu sagen! Dadurch musste ich dann auch so ziemlich oft den Haushalt managen und spielte auch für meinen kleinen Bruder, der damals so ca. 7 Jahre alt war, die Vaterrolle ich war damals so oft am Boden zerstört, lag in meinem Bett und hab Nächte lang durchgeheult wahrscheinlich auch deswegen, weil ich mir so sehr eine intakte Familie gewünscht hätte, wo alles normal läuft und der Vater noch da wäre.

Ich glaub, ich hab meinen Vater damals ziemlich vermisst, ich wusste ja noch nicht mal mehr, ob er noch lebt! ich war damals so psychisch angegriffen, dass ich mit meinen 13 Jahren sogar schon Suizid Gedanken hatte, weil ich dieses Leben einfach nicht mehr ausgehalten habe! (ich will damit nicht sagen, dass damals alles, was ich erlebt hatte schlimm war aber ich glaube, ich hatte keine Perspektive und nie wirklich Freude in meinem Leben!)

Ich war damals seit ich 10 Jahre alt war auch 5x auf einer christlichen Freizeit, die jedes Jahr stattgefunden hat, (Rehe) und ging immer 10 Tage lang! Diese 10 Tage im Jahr waren damals immer so wichtig für mich, das waren immer 10 Tage, in denen ich viele Menschen auf einmal kennen gelernt habe, die mich angenommen haben, in denen ich von Gott erzählt bekommen habe wo ich 10 Tage hintereinander glücklich sein durfte und vom Alltag abgelenkt wurde!

Das letzte Mal, als ich da war, da war ich ungefähr 14 J da lag ich eines abends so in meinem Bett und dachte über meine Mutter nach und es machte mich traurig, dass sie von der übergroßen Liebe Gottes nichts wusste, dass sie nun da alleine in ihrem Sessel sitzt und nicht weiß, dass Gott doch auch da ist und sie unendlich liebt und ihr helfen will und sie tragen will! ich habe dann zu Gott gebetet und ihn gefragt, ob es denn jemals so sein wird, dass meine Mutter noch mal zum Glauben kommt und das alles erkennt und ich habe ihn dann um ein Zeichen gebeten und hab als Beispiel einen starken kurzen Regenfall genannt. Am nächsten Tag, als ich draußen war, fing es auf einmal an fürchterlich zu schütten Alle liefen enttäuscht rein, nur ich war total glücklich und die Härte war ja noch, als der Regen nach ca. 5 Minuten so schnell wieder weg war, wie er gekommen ist! Ich wusste genau, dass das Gottes Antwort auf mein Gebet war!

Ca. ein Jahr später bekam dann meine Tante (welche übrigens auch ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben war, weil sie mich auch immer wieder an den Glauben zu Gott geführt hat) einen neuen Mann, der aktiv in einer Gemeinde mitgearbeitet hat. naja und er und meine Tante haben meine Mutter dann ab und zu in die Gemeinde eingeladen... Inzwischen (nach vielen Diskussionen, Fragen, Gesprächen und Gottes Einwirkungen) steht meine Mutter im Glauben (von ihren Krankheiten ist auch so gut, wie nichts mehr zu sehen!)

In dieser Zeit fing Gott dann auch an, mich langsam aber sicher immer weiter aus diesem dunklen tiefen Loch herauszuholen.

Nach meinem Schulabschluss kam es dann auch dazu, dass ich meinen Vater nach 10 Jahren endlich wiedergesehen habe und somit auch meine ganzen (halb) Geschwister kennen lernen durfte (das is aber ne andere Geschichte).

Kurze Zeit später kam ich nach Dillenburg auf die Berufsfachschule ... andere Leute andere Umgebung... Das komische war, dass ich dort in der Klasse so gut wie nie irgendetwas Negatives gegen meine Person gehört habe... Die haben mich da alle so aufgenommen, wie ich war. Bis ich dann endlich mit jedem so reden konnte, als wäre es das normalste auf der Welt hat auch seine Zeit gedauert, aber es ging!

Ca 1 Jahr darauf bin ich dann durch das Mission -Team aus La Mirada in die Chapel gekommen, das war mit, eines der größten Geschenke, die Gott mir machen konnte, zum einen, weil ich mir immer gewünscht hatte eine feste Gemeinde zu haben, wo ich immer hingehen darf und zum anderen weil ich dort so viel Liebe und Güte erfahren durfte/und darf, durch gleichaltrige, jüngere und ältere Menschen.. Freunde, Gespräche, Gebete, neue Perspektiven und ein 2.Zuhause gefunden hab!!

Ja, das ist so ziemlich meine Geschichte ... und zu guter Letzt hat Gott hat mir sogar die Ausbildung zu meinem Traumberuf geschenkt.

Ich glaube, all das, was ich bisher erlebt habe in meinem Leben hat mich immer weiter geprägt, ich glaube, Gott hat diese Situationen (auch, wenn sie damals für mich noch so schlimm waren) dazu genutzt, um etwas Gutes daraus entstehen zu lassen, sei es dass er meinen Charakter dadurch formen wollte oder wie auch immer! Ich weiß, wenn ich jetzt auf mein Leben , auf das, was alles passiert ist, zurück schaue, sehe ich keinen einzigen Punkt, den Gott, mein Vater nicht ins Positive gewendet hat! Gott ist treu und er wird uns nie so viel auf die Schultern laden, dass wir das nicht tragen können! Wenn ich zurück schaue, kann ich auch erkennen, dass er immer bei mir war, mir mein Leben erhellt hat, mit vielen, vielen Kleinigkeiten, den Weg, den ich gegangen bin durch sein Licht geleuchtet hat und mich an der Hand gehalten und nie losgelassen hat und mich vor vielem Schlimmen bewahrt hat! Ja, Jesus ist das Licht und der Weg und wir werden nie verloren gehen oder in irgendwelchen dunklen Löchern unseres Lebens stecken bleiben!!! Möge Gott auch eure Herzen durch seine Herrlichkeit und seine Liebe und Freude erhellen und euch puren tiefen, Glücklichen Frieden schenken!!!J

“In Zukunft brauchst du nicht mehr die Sonne als Licht für den Tag und den Mond als Licht für die Nacht; denn ich, der HERR, dein GOTT, werde für immer dein Licht sein und dir mit meinem herrlichen Glanz leuchten. Darum wird dein Licht niemals untergehen, wie die Sonne oder abnehmen, wie der Mond. Ich leuchte dir in alle Ewigkeit und deine Trauer wird für immer ein Ende haben!”

Jesaja 60,19+20


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